15. April 2009 im ERSTEN, 22:45 Uhr
Ein Film von Uwe Agnes und Bernd Siering
Mehr als 50 Jahre nach dem legendären Flug mit der zebragestreiften Dornier 27 fliegen Enkel Christian Grzimek und Pilot Martin Rulffs die Strecke nach, die Bernhard und Michael 1957 genommen hatten. Ein fliegerisches Abenteuer.
Am 11. Dezember 1957 brechen Bernhard Grzimek und sein damals 23-jähriger Sohn Michael zu ihrem größten Abenteuer auf. Mit ihrer Dornier 27 in der markanten Zebra-Lackierung, die bald ihr Markenzeichen wird, wollen die beiden in der Serengeti Tierzählungen und Filmaufnahmen machen. Daraus entsteht der mit einem Oscar ausgezeichnete deutsche Dokumentarfilm „Serengeti darf nicht sterben“. Beide haben aber kaum Flugerfahrung, gerade so viele Stunden im Cockpit, wie man braucht, um den Pilotenschein zu machen. Der Flug ist ein Wagnis: Mit dem Auto-Atlas auf dem Schoß machen sich die beiden auf die 10.000 km lange Reise. Im Tiefflug donnern sie „wie zwei ungezogene Buben“ über die Pyramiden, geraten in die politischen Wirren im Sudan und kämpfen mit technischen Problemen. Das Abenteuer dauert nur ein Jahr.
Am 19. Januar 1959 stößt Michael Grzimek südlich des Ngorongoro-Kraters bei einem Alleinflug mit einem Gänsegeier zusammen. Dabei wird die rechte Tragfläche so schwer beschädigt, dass Michael Grzimek die Maschine nicht mehr beherrschen kann. Er hat keine Chance, den Absturz zu überleben.
Christian Grzimek hat seinen Vater Michael nie kennengelernt – für ihn nahm sein Großvater Bernhard die Vaterrolle ein. Heute leitet Christian Grzimek zusammen mit seiner Mutter Erika die Tierbildagentur, die sein Vater Michael Grzimek als Filmproduktionsfirma gründete. Schon lange will er wissen und nachempfinden, wie es damals gewesen sein könnte, der Aufbruch in ein neues Leben, in das Wagnis und ins Unbekannte. Die Fußstapfen, die Vater und Großvater dabei hinterlassen haben, sind groß – genauso groß wie das Schweigen in der Familie über den Unfalltod von Michael Grzimek.
Martin Rulffs, Pilot und Fluglotse aus Frankfurt, verfolgt seinen eigenen Traum: Er hat jahrelang eine alte Do27 in einer Werft in Finsterwalde restauriert bis sie wieder flugfähig ist. Auf einer Veranstaltung im Frankfurter Zoo lernen sich Martin Rulffs und Christian Grzimek kennen – und beschließen, gemeinsam den historischen Flug von 1957 nachzuvollziehen. Im Herbst 2008 beginnen sie das nächste Abenteuer, die zweite Reise eines „geflügelten Zebras“, und stehen unterwegs vor den gleichen Herausforderungen wie Bernhard und Michael Grzimek.
Die Autoren Uwe Agnes und Bernd Siering begleiten Sohn Christian Grzimek und den Piloten Martin Rulffs beim abenteuerlichen Flug von Deutschland in die Serengeti und bei der Suche nach den Spuren, die seine legendären Väter hinterlassen haben.
Redaktion: Wiel Verlinden, Gabriele Conze
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